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Bundessieger im Berufsbildungswerk Bremen gekürt

Bundesweit bester Junghandwerker in der Raumausstattung: Mathias Kleemann aus Rostock
Bereits zum 16. Mal lieferten sich die landesweit besten Junghandwerkerinnen und Junghandwerker aus vier Gewerken im Berufsbildungswerk Bremen einen spannenden Wettstreit um den Bundessieger-Titel. Die 32 Landessieger – Raumausstatter, Fahrzeug- und Reitsportsattler sowie Feintäschner – traten Mitte November gegeneinander an.

Für das Berufsbildungswerk Bremen gab es ein Novum: Erstmals stellte der Ausbildungsbetrieb für junge gehandicapte Menschen mit Hauke Binzer einen Mitstreiter im Bundesleistungswettbewerb. Der 27-Jährige war in diesem Jahr als bester Auszubildender des Landes Bremen hervorgegangen. „Für uns ist es eine große Ehre, dass sich ein Teilnehmer aus dem Berufsbildungswerk qualifiziert hat“, sagte Dr. Torben Möller, Geschäftsführer des Berufsbildungswerks Bremen (BBW). Auch Raumausstatter-Meisterin und Ausbilderin Susanne Ehlers war stolz auf diese Entwicklung, denn „es ist auch ein Kompliment an unser Können, dass Herr Binzer so gut abgeschlossen hat!“ Den Wettbewerb der Raumausstatter bestritten elf junge Gesellinnen und zwei Gesellen. Sie hatten zehn Stunden Zeit, um die gestellte Aufgabe nach ihren eigenen Vorstellungen auszuführen. Je nach Ausbildungsschwerpunkt mussten sie einen Hocker polstern beziehungsweise ein Faltrollo anfertigen sowie tapezieren und eine Wandbespannung herstellen. Obwohl alle Beteiligten im Vorfeld die Ausführung planen konnten, wurde die Aufgabe durch unbekannte Materialien doch knifflig, wie der Bundessieger Mathias Kleemann aus Rostock berichtete: „Ich musste meinen Plan komplett umstellen, da ich die Bänder für die Querstreben nicht kannte. Da waren Flexibilität und Kreativität gefragt!“ Der 27-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern hat nach einem angefangenen BWL-Studium seinen Traumjob gefunden. „Wenn man bei der Produktübergabe das Funkeln in den Augen der Kunden sieht, weiß man, dass man den richtigen Beruf gewählt hat.“ Gemeinsam mit den Raumausstattern lieferten sich neun Fahrzeug- und neun Reitsportsattler sowie eine Feintäschnerin den Wettbewerb um Platz eins in Deutschland. Die Nase vorn hatten: Theresa Steiner aus Bayern bei den Fahrzeugsattlern, Laura Brownlie aus Rheinland-Pfalz bei den Reitsportsattlern sowie Magdalena Fellerer aus Bayern bei den Feintäschnern. Zwar konnte Binzer nicht aufs Siegertreppchen steigen, aber er war trotzdem zufrieden: „Mitmachen ist alles. Wir haben uns gegenseitig super unterstützt und hatten einen tollen bundesweiten Austausch.“

Auch Möller freute sich über die kooperative Atmosphäre, die den Wettstreit prägte. „Dass die jungen Gesellinnen und Gesellen in dieser Konkurrenzsituation Teamgeist entwickeln konnten, hat mich sehr beeindruckt“, sagte der Geschäftsführer. „Teamgeist ist heutzutage eine Fähigkeit, die nicht nur im Handwerk stark gefragt ist. Zum guten Ergebnis tragen alle ihren Teil bei. Ob sie mit oder ohne Handicap arbeiten, das spielt dann keine Rolle mehr.“

Das Berufsbildungswerk Bremen bietet seit rund 40 Jahren jungen Menschen mit Handicap die Chance, einen Beruf zu erlernen, der sowohl ihren Talenten als auch den individuellen Einschränkungen entspricht. Derzeit werden im BBW rund 500 junge Erwachsene aus ganz Deutschland ausgebildet oder auf ihre Ausbildung vorbereitet. Die Palette der 33 verschiedenen Ausbildungen reicht von Berufen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung über Handwerk und Gartenbau bis zu Ernährung und Hauswirtschaft. Ein Team von Ausbildern, Lehrern, Ärzten, Sozialpädagogen, Psychologen und Physiotherapeuten begleitet und unterstützt die Ausbildung. Zum Berufsbildungswerk gehören eine eigene Berufsschule und Internate. Die enge Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft sichert eine praxisnahe Ausbildung. Zahlreiche Bremer Betriebe unterstützen diese durch Praktika und längere Erprobungsphasen.

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